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Friedrich Stoltze (Hessen)

Friedrich Stoltze

1816 Am 21.11. kommt Friedrich Stoltze in Frankfurt als Gastwirtssohn auf die Welt. Auf Wunsch des Vaters wird er später zum Kaufmann ausgebildet.

1832 mit Vater beim Hambach-Fest in Neustadt/Weinstr., begegnet dort persönlich Ludwig Börne, seinem späteren literarischen Vorbild.

1841 veröffentlicht Stoltze einen ersten Gedichtband.

1842 kommt der älteste Sohn Adolf am 12. Juni in Mainz zur Welt. Nach dem Tod der Mutter im August 1843 wächst er bei der Großmutter Stoltze auf. Adolf tritt später als Schriftsteller und Journalist in die Fußstapfen des Vaters.

1843-45 in Thüringen als Lehrer beim Reformpädagogen Friedrich Fröbel tätig.

1845 Rückkehr nach Frankfurt und Beginn seiner Tätigkeit als ›freier Literat‹.

1848 Stoltze setzt sich mit Papier und Feder für die Ziele der Nationalversammlung ein. Er verfasst seine berühmten Freiheitsgedichte.

1849 Hochzeit mit Marie (Mary) Messenzehl in der Katharinenkirche, Beginn einer harmonischen ev.-kath. ›Mischehe‹. Noch im gleichen Jahr geht Stoltze (mit Ernst Schalck) als Freischärler in die Pfalz, um die Revolution zu unterstützen.

1852 erste Ausgabe der »Frankfurter Krebbel- und Warme Brödercher-Zeitung«. Das Witzblatt erschien zu besonderen Ereignissen wie Fastnacht, Wäldchestag etc., insgesamt 44 Ausgaben.

1853 Wegen eines Strafbefehls im Großherzogtum Hessen-Darmstadt kann Stoltze das Gebiet der Freien Stadt Frankfurt fast sieben Jahre nicht verlassen (Strafbefehl wurde erst 1860 nach Stoltzes Flucht von Königstein aufgehoben).

1860 Gründung der satirischen Zeitung »Frankfurter Latern«, gemeinsam mit dem Städel-Schüler Ernst Schalck. Sie erscheint wöchentlich samstags in ganz Deutschland, einzelne Ausgaben erreichen bis zu 20000 Ex. Auflage.

1861 Verbot der »Frankfurter Latern« in Preußen wegen Majestätsbeleidigung, zwei Jahre später wird die Latern auch in Hessen-Kassel, Hessen-Homburg und Nassau verboten und Stoltze im preußischen Wetzlar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, der er sich aber entziehen kann.

1863 Stoltze ist Komitee-Mitglied beim Carnevalverein »Die Bittern«.

1866 Preußische Besetzung Frankfurts. Verbot der »Frankfurter Latern« in Preußen und den besetzten Ländern. Stoltze flieht über Stuttgart in die Schweiz.

1872 Die »Frankfurter Latern« kann wieder regelmäßig wöchentlich erscheinen.

1876 Anklage wegen Bismarck-Beleidigung endet mit Geldstrafe.

1884 Tod der Ehefrau Mary.

1891 Friedrich Stoltze stirbt am 28. März mit 74 Jahren.

1893 »Frankfurter Latern« stellt nach 1360 Ausgaben ihr Erscheinen ein.

» Friedrich Stoltze bei vmn:

Pfeil »Es will merr net in de Kopp enei« (CD-Hörbuch, gesprochen von Mario Pfeil Gesiarz)