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Hermann Hehn (Franken)

Hermann Hehn

Man hat mir erzählt, daß ich am 19.08.1959 das Licht der Welt erblickt habe. Von meinen Eltern wurden mir neben vielen anderen Dingen ein starkes Glaubensfundament, eine tiefe Verwurzelung mit der Heimat und eine enge Verbundenheit mit Land und Leuten in die Wiege gelegt. Außerdem muß ich mit der Muttermilch wohl auch einen großen Schluck Humor aufgesogen haben. Meine frühesten Kinderjahre verbrachte ich wohlbehütet in dem beschaulichen Örtchen Bütthard, einem kleinen, aber feinem Marktflecken im Ochsenfurter Gau, südlich von Würzburg gelegen.

In der Volksschule in Bütthard wurde der Grundstock für meine schriftstellerische Laufbahn gelegt: Ich lernte dort das Lesen und Schreiben! Ob mein damaliger Lehrer darüber froh war, mich loszuwerden, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall riet er meinen Eltern eindringlich, mich auf ein Gymnasium nach Würzburg zu schicken. Würzburg war damals irgendwie unheimlich weit weg von Bütthard und so verbrachte ich in einem Schülerinternat in Würzburg, das von den Franziskanern geleitet wurde, die langen Jahre bis zu meinem Abitur.

Diese Zeit im Internat war damals für mich sicherlich kein Honigschlecken, aber im Nachhinein stellte sich das doch als großer Glücksgriff heraus. »Non scolae, sed vita discimus!« Wie wir alten Lateiner zu sagen pflegten. Ja, wir lernten neben Latein und Griechisch auch viele andere Dinge: Rücksicht, Ordnungssinn, Gemeinschaft, Eigenständigkeit, Freundschaft, Werte, Zusammenraufen und zusammen raufen, zusammen streiten und zusammen lachen, und natürlich auch zusammen feiern, einfach halt wie Menschen zusammenleben.

Im seminareigenen Bierkeller, unserem sogenanntem ›Heldenkeller‹ entstanden trotz starker schulischer Belastungen auch die ersten zaghaften Verse aus eigener Feder, zu allen möglichen passenden und unpassenden Gelegenheiten wie Fasching, Geburtstagen, Verabschiedungen und manch anderem lustigen Fest.

Mein Beruf: Nach all den schulischen Anstrengungen meiner Jugendjahre wollte ich dann erst einmal den beruflichen Ernst des Lebens kennen lernen. Ich war wohl nicht allzu vermessen, aber ich wurde Vermesser! Aber sicher nicht weil mein Chef immer gesagt hat: "Er war Vermesser und er kannte auch keine Grenzen!"

Mein Leben sollte einfach Maß und Ziel haben. Und in den oft viel zu kurzen Mittagspausen und in den langen einsamen Abenden in einem Gasthof fern der Heimat griff ich gerne zum Bleistift, um meine Gedanken zu Papier zu bringen.

Mittlerweile bin ich in einem städtischen Ämtchen gelandet, bei dem ich ganz offiziell meine ›Dichtkunst‹ als Nebentätigkeit anmelden mußte, und das nur, weil einmal ein Bericht über mich und meine Gedichte in der Zeitung stand.

Meine Dichterei: Über die Anfänge meiner Gedichtlesschreiberei habe ich weiter oben ja schon berichtet. Zur Mundart kam ich durch meine alte Nachbarin: Sie sagte einmal zu mir: "Hermann, du warst solange in Würzburg und du bist doch der einzige der noch in Büttharder Mundart reden kann!"

Daraufhin entstand irgendwann einmal der erste Versuch, in Mundart zu schreiben. Und es blieb nicht nur bei dem Versuch. Im Laufe der Jahre kam eine ansehnliche Zahl von Mundartgedichten zusammen.

Wörterbuchfränkisch, Stil-und Reimkunde und Versmaß haben mich eigentlich nie sonderlich interessiert! Mir war wichtig, was ich mit meinen Augen und Ohren und mit meinem Herzen aufnehmen konnte und in meinen Worten und mit meiner Intention dann zu Papier bringen konnte.
Und die Reaktionen meiner Zuhörer bei Lesungen von mir bestärken mich eigentlich immer wieder aufs Neue, diesen meinen Weg weiterzugehen. Ich hoffe, daß ich mit dem einen oder anderen Gedanken, der hoffentlich noch aus meiner Feder entspringt, immer wieder auch meine Mitmenschen ansprechen kann. Gedankensplitter, Fragmente, Ideen und Anregungen sind noch viele auf einer Vielzahl von kleinen Zetteln festgehalten und harren darauf, zu einem Gedicht verarbeitet zu werden.

» Hermann Hehn bei vmn:

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